Die heilsame Kraft der Meditation kennen lernen

 

 

Was ist Meditation?
Was wird darunter verstanden?


Meditation ist ursprünglich — und auch heute noch — eine in vielen Religionen und Kulturen geübte spiri­tuelle Praxis. Sie ist eine Praxis mit dem eigenen Bewusstsein zu arbeiten und es zu erfor­schen.

Die Ursprünge dieser Art der Selbst­er­for­schung und Bewusst­seins­arbeit liegen z.T. mehr als 2000 Jahre zurück. Es gab und gibt sie sowohl in Asien als auch in Europa.
Zusam­men­ge­fasst, sind die verbrei­testen Medita­ti­ons­prak­tiken Achtsamkeits‐ oder Konzen­tra­ti­ons­übungen.

Eine moderne Beschreibung wäre, dass Meditation eine alte und syste­ma­tische Bewusstseins­praxis ist.

Sie ist eine bestimmte Art und Weise mit der Aufmerk­samkeit und den Inhalten des Bewusst­seins umzugehen.

Meditation hat eine uralte Tradition und ist trotzdem universell und eine zeitlose Technik der Bewusst­seins­er­for­schung und -Beruhigung.

Man kann sagen, dass Medita­ti­ons­prak­tiken sich im letzten Jahrhundert aus ihren Nischen und kultu­rellen Verwur­ze­lungen zunehmend gelöst haben und in der modernen Gesell­schaft angekommen sind.

Ihr Anwen­dungs­be­reich hat sich sehr erweitert und ist auch für den modernen Menschen anwendbar, der mitten im Leben steht.

Zahlreiche wissen­schaft­liche Unter­su­chungen erforschten die heilsamen Wirkungen einer regel­mä­ßigen Medita­ti­ons­praxis auf Geist und Körper.

So wurde Meditieren auch für Menschen attraktiv, die sich nicht mit fremden Glaubens­sätzen und religiösen Überzeu­gungen anfreunden wollten.

Meditation ist also auch für Skeptiker geeignet, die sich vor allem auf ihre eigene Erfahrung verlassen wollen.

Wenn Sie sich für die erstaun­lichen Ergeb­nisse der wissen­schaft­lichen Forschung zur Meditation inter­es­sieren, finden sie Infor­ma­tionen dazu auf meiner Seite:

Wirkungen von Meditation — Forschungs­er­geb­nisse

 

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Was sind die Ziele von Meditation?

Warum meditieren Menschen schon seit Jahrtau­senden?

Ziel dieser Übungen ist es, den Geist und die Gedanken sich sammeln und beruhigen zu lassen. Es geht darum, Geist und Körper zur Ruhe kommen zu lassen, klarer zu sehen was ist.

Es geht auch darum zu erfor­schen, wer ich bin, wenn ich nicht von Gedanken verein­nahmt und von Gefühlen belastet werde.

So kann durch Meditation entdeckt werden, dass es in uns eine ruhige, sog. Mitte gibt, in der wir innere Sicherheit, Selbst­ver­trauen, Frieden und Glück erfahren können. Dieser Friede und dieses Glück ist nicht von äußeren Umständen abhängig.

Aus dieser inneren Mitte heraus können wir die Jahres­zeiten und Stürme unseres Lebens besser überstehen und bewäl­tigen.

Viele Menschen meditieren, weil Sie erfahren haben, dass Meditation hilft, Stress vorzu­beugen oder zu reduzieren.

Die Lebens­qua­lität steigt durch mehr Selbst­be­wusstheit und mehr Leben in der Gegenwart. Wir lernen weniger auf Autopilot sondern selbst­be­wusst und selbst­ge­steuert zu leben.

Wir lernen, die Gegenwart mehr zu genießen statt sich gedanklich zu sehr und zu viel in Vergan­genheit und Zukunft aufzu­halten oder zu verlieren.

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Welche Formen der Meditation gibt es im MBSR‐​Kurs?

Im MBSR‐​Kurs werden weltan­schaulich neutrale Varianten der Meditation gelehrt und geübt, die ohne philosophisch‐​religiösen Überbau, ohne rituelle Gesänge und ohne  -für viele — unbequeme Körper­hal­tungen auskommt.

Im MBSR‐​Kurs werden

v.a. folgende  Medita­ti­ons­übungen gelehrt:

  • Body Scan (Körper­me­di­tation),
  • Yoga (Achtsame Dehnung),
  • Sitzme­di­tation (Achtsamkeit auf Körper­emp­fin­dungen),
  • Atemme­di­tation  (Achtsame Beobachtung des Atems),
  • Offenes Gewahrsein (Wahrnehmen was ist)

Der übergrei­fende Begriff für die Art der Meditation, die im MBSR‐​Kurs geübt wird,
ist die Achtsam­keits­me­di­tation.

Weitere Infor­ma­tionen zu diesen Übungen finden Sie auf meiner Seite:

» Medita­tionen und Achtsam­keits­übungen

Geführte Anleit­unmgen zu diesen Übungen finden Sie auf meiner Seite:

Medita­ti­ons­an­lei­tungen aus dem MBSR‐​Kurs

Diese Medita­ti­ons­formen sind u.a. der Zen‐​Meditation mit ihrer typischen Sitzme­di­tation und der buddhi­sti­schen Vipassana‐​Meditation ähnlich, die auch als Einsichts­me­di­tation bezeichnet wird.

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Was sind wesent­liche Bestand­teile von Meditation: 

1. Lenkung der Aufmerk­samkeit — Konzen­tration

Konzen­tration steigert und fokus­siert unsere Aufmerk­samkeit, so dass wir ungesunde innere Ablen­kungen loslassen können, z.B.  die Vergan­genheit zu bedauern, sich Sorgen um die Zukunft zu machen, nach etwas heftig zu verlangen..

Ablenkung verschwendet unsere Energie; Konzen­tration stellt sie wieder her.

Wir erleben oft, dass unsere Aufmerk­samkeit in alle Himmels­rich­tungen verstreut ist.

Wir setzen uns hin, um etwas durch­zu­sehen oder uns durch ein Thema zu arbeiten, und bevor wir es merken, sind wir in Gedanken woanders.

Wir denken nicht  bewusst an Dinge, damit wir ein Mittel finden, um etwas besser zu machen.
Wir sind einfach in automa­ti­schen Gedan­ken­pro­zessen verloren. Nicht selten halten wir uns in virtu­ellen Gedan­ken­land­schaften auf, in denen Gefahren und Bedro­hungen fanta­siert werden.

Von Mark Twain soll der Satz überliefert sein:

Mein Leben bestand aus einer einzigen Anein­an­der­reihung von Katastrophen, von denen aller­dings die aller­meisten niemals einge­troffen sind.“

Ohne Lenkung der Aufmerk­samkeit und Konzen­tration spinnen sich unsere Köpfe in die Zukunft in einer Weise aus, die nicht wie geschickte Planung ist, sondern eher wie ein anstren­gendes, kräfte­zeh­rendes und uneffek­tives Grübeln.

Die Konzen­tration ist die Kunst, all diese Energie zu sammeln, die zerstreute Aufmerk­samkeit sich setzen zu lassen, sich wieder zu zentrieren.

2. Achtsamkeit und ihre spezi­ellen Quali­täten

Achtsamkeit lenkt in der Meditation unsere Aufmerk­samkeit — wie die Konzen­tration —  immer wieder neu auf das, was gegen­wärtig da ist.

Der Unter­schied zur Konzen­tration ist jedoch, dass wir keine Anstrengung investieren und nicht gegen Ablen­kungen ankämpfen.

Achtsamkeit schließt nichts aus, sondern bemerkt, wo die Aufmerk­samkeit gerade ist.
Ist sie nicht mehr beim Gegen­stand der Meditation (Medita­ti­ons­objekt) so registrieren wir dies einfach und bringen die Aufmerk­samkeit sanft und freundlich zurück.

Achtsamkeit verfeinert unsere Aufmerk­samkeit, damit wir uns voll und ganz mit dem verbinden können, was das Leben bringt.

So oft ist unsere Wahrnehmung dessen, was geschieht, durch Vorur­teile, Gewohn­heiten, Ängste oder Wünsche verzerrt. Wir sehen wie durch einen verzer­renden Spiegel.

Achtsamkeit hilft uns durch diese hindurch zu sehen und viel mehr bewusst zu sein, was tatsächlich da ist.

Achtsamkeit bedeutet nicht nur, die Aufmerks­ameit auf die gegen­wärtige Erfahrung zu lenken, sondern es kommt darauf an, wie wir uns darauf beziehen.

Es kommt darauf an, mit welcher Haltung wir dem begegnen, was auftaucht.

Es werden 7 Haltungen der Achtsamkeit beschrieben.

Mit der Praxis von Achtsamkeit entwickeln wir u.a. Geduld, Vertrauen, die Fähigkeit, ungesunde Gedanken loszu­lassen, mit frischem Blick auf uns und das Leben zu schauen und Dinge zu akzep­tieren (in uns oder außerhalb von uns) die wir nicht ändern können.

Deshalb sagen wir, dass Achtsamkeit überall hingehen kann.

Sie kann uns in allen Lebens­lagen eine treue Beglei­terin sein.

3. Freund­lichkeit als Grund­haltung

Freund­lichkeit und Mitgefühl öffnen unsere Aufmerk­samkeit und verwandeln die Art und Weise, wie wir uns und die Welt sehen.

Statt durch die Brille eines inneren Antreibers oder unbarm­her­zigen Kritikers, üben wir uns darin, mit Milde und Freund­lichkeit auf unsere mensch­liche Fehler­haf­tigkeit zu schauen.

So vermeiden wir, in der Meditation mit uns selbst oder gegen uns selbst zu kämpfen.

Wir kämpfen nicht gegen unsere Gedanken, die uns immer wieder gefangen nehmen.

Wir verur­teilen uns nicht für unsere mangelnde Fähigkeit zur Konzen­tration und Achtsamkeit.

Wir entwickeln Mitgefühl mit uns selbst, unseren zentralen Bedürf­nissen und inneren Prozessen, die wir in der Meditation erleben und kennen­lernen.

In der Meditation machen wir schnell Bekannt­schaft mit unserem unruhigen Geist, dem es schwer­fällt, sich auf die Gegenwart zu konzen­trieren. Dies führt z.B. dazu, dass wir bei der Atemme­di­tation (die Aufmerk­samkeit achtsam auf den Atem richten) sehr schnell abschweifen.

Vielleicht geht unsere Aufmerk­samkeit verloren in einer Fantasie oder Erinnerung. Dann kommt der Moment, in dem wir erkennen, dass wir abgelenkt wurden.

Eine vertraute Antwort wäre, zu denken, dass wir versagt haben, um uns dann dafür zu verur­teilen oder abwerten.

Mit Hilfe der Haltung des Mitge­fühls bemerken wir sanft, was geschehen ist, und kehren zum Atem oder unserem Gegen­stand der Konzen­tration zurück, mit Freund­lichkeit und Mitgefühl für uns selbst.

So vertiefen sich die Quali­täten von Mitgefühl und Güte auch dann, wenn wir sie nicht  mit Worten ausdrücken.

Und was wir für uns selbst tun, können wir auch auf Andere anwenden.

Wir üben Meditation am Ende nicht, um zu großen Meditie­renden zu werden,
sondern ein anderes Leben zu haben.

Wenn wir die Fähig­keiten von Konzen­tration, Achtsamkeit und Mitgefühl vertiefen, finden wir, dass wir weniger Stress, mehr Erfüllung, mehr Einsicht und viel mehr Zufrie­denheit gewinnen.

Wir verwandeln unser Leben.

 

Mehr als alles andere betrachte ich Meditation
inzwi­schen als einen radikalen Akt der Liebe,
eine inner­liche Geste des Wohlwollens und der Güte
uns selbst und anderen gegenüber,
eine Geste des Herzens,
die unsere Vollkom­menheit selbst in unserer
offen­sicht­lichen Unvoll­kom­menheit anerkennt,
mit all unseren Mängeln, mit all unseren Wunden,
unserem Anhaften, unserem Verdruss und
unseren hartnäckigen Gewohn­heiten der Unbewusstheit.“

 Jon Kabat‐​Zinn

Bild zum Thema Meditationshaltungen Frau sitzt am Tisch und meditiert

Welche Medita­ti­ons­haltung ist für die Meditation anzuraten?

In den Medien werden stets Menschen mit geschlos­senen Augen gezeigt, die mit verschränkten Beinen, geschlos­senen Augen und mit nach oben geöff­neten Handflächen sitzen, bei denen sich z.T. Daumen und Zeige­finger sich berühren.

Die Wahrheit ist, es gibt keine “einzig wahre” Sitzpo­sition für die Medita­ti­ons­praxis auch wenn die meisten Bilder im Internet etwas anderes sugge­rieren.

Sicher ist, dass eine Haltung förderlich ist, welche eine möglichst wache und offene innere Haltung fördert.

Förderlich ist dafür eine entspannte und  aufrechte Position des Oberkörpers. Dabei ist es nicht entscheidend, ob wir auf einem Stuhl, im Schnei­dersitz oder im sog. Lotussitz sitzen.

Wichtig ist haupt­sächlich, dass wir eine Haltung wählen, in der wir wach und aufmerksam sein können, ohne durch Schmerzen in den Knien oder im Rücken unnötig geplagt zu werden.

Notfalls kann auch eine Rückenlage gewählt werden. Dabei ist natürlich die “Gefahr”, dass wir einschlafen, was natürlich nicht der Sinn der Meditation ist.

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Meditieren auf einem Stuhl:

 

Mit möglichst geradem Rücken auf einem Stuhl sitzen. Optimal ist es dabei sich nicht anzulehnen.
Wenn das zu anstrengend ist, ist es auch ok. sich anzulehnen, dabei aber auf eine gerade Haltung achten.

Die Fußsohlen sollten mit ganzer Sohle Kontakt zum Boden oder zur Unterlage haben.
Die Hände können entspannt auf den Oberschenkeln liegen oder man kann die Hände auf dem Schoß inein­ander legen (z.B.  liegt die Unter­seite der rechten Hand in der Handin­nen­fläche der linken Hand).

Auf dem Boden sitzend meditieren
z.B. auf einer Matte oder einer Decke

Mit gekreuzten Beinen im Schnei­dersitz:
Dabei ist es günstig, wenn das Becken etwas erhöht ist, z.B. durch ein Kissen. Auch hier ist eine aufrechte Haltung wichtig.

Im halben oder ganzen Lotussitz:
Diese Haltung erfordert eine gewisse Gelen­kigkeit in den Fußge­lenken und in den Knien. Dies ist die Haltung, die z.B. aus Indien und dem Yoga bekannt ist. Ich empfehle dazu Beispiele oder Videos aus dem Internet anzuschauen, wenn diese Haltung unbekannt ist.

In der sog. Burme­sische Haltung:
Dabei wird die Ferse eines Beines soweit wie möglich und angenehm, an den Körper heran­ge­zogen. Das andere Bein kann dann locker davor gelegt werden.

Meditieren auf einem Medita­ti­onskissen

Wir sitzen aufrecht auf einem sog. Meditations‐​Kissen,
dabei befinden sich die Knie und Beine neben dem Kissen auf dem Boden. Wichtig ist dabei, eine passende Höhe für das Kissen zu finden, damit nicht zuviel Spannung
auf der Oberseite der Füße erzeugt wird.

Meditieren auf einem Medita­ti­ons­bänkchen

Die Position ermög­licht auch einen aufrechten Sitz, bei dem die Knie sich auf dem Boden befinden und die Unter­schenkel sich unter der Sitzbank befinden.
Wir knien uns also hin und positio­nieren das Bänkchen über den Unter­schenkeln, sodass wir bequem auf dem Medita­ti­ons­bänkchen sitzen können.

Ich selbst bevorzuge als Medita­ti­ons­haltung den Sitz auf einem Medita­ti­ons­bänkchen oder einem Kissen.

Missver­ständ­nisse und Vorur­teile über Meditation

Welche sind das? Und stimmen sie?

1. Meditation heißt, keine Gedanken mehr zu haben, die Gedanken zu stoppen, oder?

Vielleicht kennen Sie folgendes Bild: Eine Frau sitzt da (oft mit kunstvoll verschränkten Beinen) in fließenden Kleidern und mit einem glück­se­ligen Lächeln. Dies scheint darauf hinzu­deuten, dass sie ihr Gehirn entleert und es mit Zucker­watte ersetzt hat.

Die Wahrheit ist: Achtsamkeit und Meditation beinhalten nicht, den Gedan­ken­prozess zu beenden! So verständlich dieser Wunsch auch ist.

Es geht nicht darum, zu versuchen, einen bestimmten Zustand des Geistes zu erreichen. Es geht nicht darum sich etwas vorzu­machen.

Es geht darum, sich einfach die Zeit nehmen und sich damit vertraut zu machen, wie der Denkprozess tatsächlich funktio­niert.
Es geht darum, dass Sie den besten Aussichts­punkt haben, um zu sehen, was in Ihrem eigenen Kopf los ist.

Sobald Sie das gesehen haben, stoppen Sie Ihre Gedanken nicht mehr. Die Gedanken können Sie nicht mehr so sehr kontrol­lieren oder verein­nahmen.

Ihr Verhältnis zu Ihren Gedanken kann sich entspannen. Sie müssen nicht mehr automa­tisch alles glauben, was Ihr Verstand Ihnen einredet! Sie haben Gedanken aber sind nicht Ihre Gedanken!

2 . Meditation ist doch nur etwas für Menschen, die sowieso schon entspannt sind, oder?

Dahinter steckt oft folgende Ansicht:
„Menschen, die energisch und kraftvoll sind, die hart und tüchtig arbeiten, sollten sich von der Meditation fernhalten und sie den Leuten überlassen, die lieber für den Rest ihres Lebens barfuß über eine Bergwiese gehen möchten.”

Wenn man im Stress ist und etwas leisten muss, wird einen die Meditation doch nur verrückt machen.“

Da finden wir ein weiteres, völliges Missver­ständnis.

Jeder Mensch, ganz gleich was sein Lebensstil ist, braucht Zeit zum Aufladen, um sich neu sortieren und reflek­tieren.

Die Praxis von Achtsamkeit und Meditation ist eine der besten Möglich­keiten, um Ihrem Geist eine echte Ruhe und eine erfri­schende Kraft­quelle zu gönnen, mit der Sie dann neue Heraus­for­de­rungen annehmen können.

3. Ist Meditation nicht eine Flucht vor der Realität?

Die Ansicht lautet: „Meditation ist nichts weiter als ein anderer Weg, um die harten Fakten des Lebens zu vermeiden.“

Nichts ist weiter von der Wahrheit entfernt. Weit davon entfernt, eine Flucht zu sein, bringen Achtsamkeit und Meditation Sie direkt in das Herz der Wirklichkeit.

Mit Hilfe von Meditation sehen Sie, was in Ihrem Kopf los ist. Sie bemerken, wie Ihre Gedanken, Ihre Wahrnehmung von dem, was Sie erleben, Ihnen selbst und Anderen Schmerzen und Leiden verur­sachen.

Achtsam­keits­praxis und Meditation sind keine Flucht und auch kein Urlaub.

Sie sind eine innere Reise, die Ihnen hilft, die Realität besser zu sehen — um leichter zu unter­scheiden, was vom dem, was Ihr Verstand Ihnen vor Augen führt, wirklich real ist.

4. Verliert man durch Meditation nicht seinen Biss, seine Stärke und Durch­set­zungs­kraft?

Dahinter steckt oft die Haltung “Ich habe schließlich Verant­wortung. Ich habe keine Möglichkeit und erst recht keine Zeit, mich hinzu­setzen und Nabel­schau zu betreiben. Ich will kein „Weichei“ oder ein „Softie“ sein.“

Der Mythos hier ist, dass Achtsamkeits‐​Meditation einen verne­belten, tagträu­menden Zustand des Geistes beinhaltet.

Diese Vorstellung geht dahin, dass es bei der Meditation um eine Art und Weise  geht, zu schlafen, während man wach ist. Nein, darum geht es überhaupt nicht!

Meditation und Achtsamkeit zu prakti­zieren heißt gerade nicht, seine Aufmerk­samkeit abzuziehen von dem was gerade ist.

Statt sich „weg‐​zu‐​beamen“ geht es im Gegenteil darum, die Aufmerk­samkeit auf das zu lenken, was jetzt da ist. Also es geht nicht um ein  “Heraus‐​Zoomen” sondern um ein “Hinein‐​Zoomen”.

Sie trainieren, Ihre Aufmerk­samkeit auf das Gegen­wärtige zu lenken, statt automa­tisch abwesend zu sein.
Und mit Achtsamkeit tun sie es vielleicht mehr, als Sie es bisher gewohnt waren.

Diese Fähigkeit, die Aufmerk­samkeit im Gegen­wär­tigen zu halten (um einmal die Begriffe Hier und Jetzt zu vermeiden) färbt auf den Rest Ihres Lebens ab.

Meditation und Achtsamkeit können Ihnen wirklich helfen, in die gegen­wärtige Zone Ihres Lebens zu kommen und länger dort zu bleiben.

5. Ist es nicht einfach egoistisch, sich hinzu­setzen und selbst zu erfor­schen?

Dahinter steckt die Auffassung, dass Achtsamkeit und Meditation etwas für die Generation „Ich“ oder „Ich zuerst“ sind.

Es wird behauptet, dass es darum ginge, sich exklusive Zeit, nur für sich selbst zu schaffen, die dann für Andere nicht mehr zur Verfügung steht.

Richtig ist, dass eine Medita­ti­ons­praxis wie die Achtsam­keits­me­di­tation, eine Zeit ist, die ich mit mir alleine verbringe. Man könnte auch sagen, ich statte mir selbst einen Besuch ab. Ich bin mit mir selbst, auch wenn ich in einer Gruppe meditiere.

Das ist aber nicht egoistisch. Mit zuneh­mender Medita­ti­ons­praxis werden Sie geistige und körper­lichen Anspan­nungen loslassen können. Sie werden zunehmend innere Zufrie­denheit und Ausge­gli­chenheit spüren.

Ihre zuneh­mende Zentriertheit kann Ihnen z.B. helfen, besser zuzuhören. So können Sie für Ihren Lieben — mit weniger Ablenkung — anwesend zu sein.

Ihre eigene Achtsamkeit kann wie ein Geschenk für andere in Ihrem Leben sein.

Meditation braucht keine besondere Ansammlung von Fähig­keiten.

Sie wirkt so gut, weil sie einfach nur verstärkt, was wir bereits besitzen:
die Fähigkeit zur Konzen­tration, Achtsamkeit und zu Mitgefühl.

Jon Kabat‐​Zinn, der Entwickler des MBSR‐​Programms,
sagt über das Wesen der Meditation:

Mehr als alles andere betrachte ich Meditation
inzwi­schen als einen radikalen Akt der Liebe,
eine inner­liche Geste des Wohlwollens und der Güte,
uns selbst und anderen gegenüber,
eine Geste des Herzens,
die unsere Vollkom­menheit selbst in unserer
offen­sicht­lichen Unvoll­kom­menheit anerkennt,
mit all unseren Mängeln, mit all unseren Wunden,
unserem Anhaften, unserem Verdruss und unseren
hartnäckigen Gewohn­heiten der Unbewusstheit.“

 

Mehr als alles andere betrachte ich Meditation
inzwi­schen als einen radikalen Akt der Liebe,
eine inner­liche Geste des Wohlwollens
und der Güte,
uns selbst und anderen gegenüber,
eine Geste des Herzens,
die unsere Vollkom­menheit selbst in unserer
offen­sicht­lichen Unvoll­kom­menheit anerkennt,
mit all unseren Mängeln, mit all unseren Wunden,
unserem Anhaften, unserem Verdruss und unseren
hartnäckigen Gewohn­heiten der Unbewusstheit.“

 

Nächster MBSR‐​Kurs, in dem Sie meditieren lernen können:

MBSR-2019–3: montags 9. 9. — 18. 11. 19
jeweils von 19:00 bis 21:15
kein Kurstermin am 14. u. 21.10. (Herbst­ferien)
Intensiv‐​​​​Übungstag: 9.11.19 von 10–15:00 Uhr

Kursgebühr 380 €
Mit Frühbu­cherrabatt 345 € bei Anmeldung bis 13.7.19
Kranken­kas­sen­zu­schuss für Mitglieder
Gesetz­licher Kranken­kassen!