MBCL

Mindfulness-Based-Compassionate-Living

Achtsamkeit und Selbstmitgefühl kultivieren

auch sich selbst mit  Freundlichkeit und Fürsorge begegnen,

dem inneren Kritiker mal freigeben.

Geht es Ihnen auch so?

Wenn eine Freundin oder ein Freund in Schwierigkeiten ist oder ein Mißgeschick erlebt, wenn ihr oder ihm etwas kräftig mißlingt, begegnen Sie ihr oder ihm dann geduldig, mitfühlend, nachsichtig und tröstend, bieten vielleicht Unterstützung an? Vermutlich werden Sie diese Frage mit „Ja“ beantworten.

Und wie gehen Sie mit sich selbst in einer ähnlichen Situation um?
Meldet sich dann der innere Kritiker und macht Ihnen Vorwürfe? Klagen Sie sich an, machen sich eher noch fertig als sich zu trösten? Stellen Sie Ihren Wert oder Ihre Fähigkeiten in Frage, setzten sich selbst herab, verweigern sich den Beistand, weil Sie ja vielleicht „selbst Schuld“ sind?

Wenn ja, sind Sie mit dieser Haltung nicht alleine. Sie ist in unserer Kultur sehr verbreitet. Sie tut uns allerdings nicht gut und ist schlecht für die Gesundheit, wie Forschungen zeigen.

Es gibt aber Abhilfe gegen einen ungesunden, überkritischen Umgang mit sich selbst:
Die Praxis von Achtsamkeit und Mitgefühl mit sich selbst, Selbstmitgefühl.

Selbstmitgefühl bedeutet, „sich selbst die Freundlichkeit und Fürsorge entgegenzubringen,
die wir unserem 
besten Freund oder unserer besten Freundin schenken.“ Kristin Neff

Für die Selbstmitgefühlsforscherin Kristin Neff und Kollegen steht fest:
dass unsere seelische Ausgeglichenheit und Gesundheit mit davon abhängig sind, wie wir in schwierigen Zeiten über uns denken und mit uns umgehen.

Wenn wir für uns selbst keine Freundin oder ein Freund sein können, werden wir von den unvermeidlichen Stürmen des Lebens heftiger gebeutelt und haben auch im Alltag mehr Schwierigkeiten.

Anders ist es jedoch, wenn wir uns in schwierigen Lebenslagen nachsichtig und fürsorglich behandeln können. Dann gerät unser seelisches Gleichgewicht nicht so leicht in Schieflage.

Forschungsergebnisse weisen darauf hin,
dass Menschen mit ausgeprägtem Selbstmitgefühl seltener unter Depressionen und Ängsten leiden.

Sie erholen sich von Schicksalsschlägen besser.

Sie sind auch in schwierigen Lebenslagen zuversichtlicher, neigen weniger dazu „schwarzzusehen“,  als Menschen, die sich selbst eher zu kritisch begegnen.

Was ist denn mit Mitgefühl gemeint?

Mitgefühl ist „die tiefe Wahrnehmung des eigenen Leidens und des Leidens anderer Lebewesen, verbunden mit dem Wunsch und der Bemühung es zu lindern.“
(Prof. Paul Gilbert, englicher Psychologe und Begründer der CFT – Compassion-Focused-Therapy)

Mitgefühl

  • ist die Fähigkeit, uns einzufühlen in den Schmerz und das Leiden von uns selbst und anderen,
  • bedeutet gleichzeitig, den Schmerz und das Leiden vermindern zu wollen und die Bereitschaft, dafür Verantwortung zu übernehmen,
  • ist eine allgemein menschliche Eigenschaft: in jedem Menschen von Natur aus angelegt; aber oft ungenügend entwickelt,
  • kann durch Übung entwickelt und vertieft werden.

Was bedeutet MBCL?

MBCL bedeutet: Mindfulness-Based-Compassionate-Living, auf deutsch bedeutet das sinngemäß: Leben auf der Bass von Achtsamkeit und Mitgefühl.

Wozu der MBCL – Kurs Sie einlädt:

  • die Entwicklung Ihrer Persönlichkeit zu unterstützen,
  • mehr Wärme, Sicherheit, Akzeptanz und Verbundenheit zu erfahren und zu kultivieren, in sich selbst, für sich selbst und auch für andere,
  • leichter Gefühle von Mitgefühl für sich selbst oder andere zu empfinden,
  • sich weniger mit den eigenen Unzulänglichkeiten und Fehlern zu beschäftigen,
  • besser auf Ihre Bedürfnisse und Grenzen zu achten,
  • zusätzlich zu der Stimme Ihres inneren Kritikers, eine freundliche, aufbauende und mitfühlende Stimme in sich zu kultivieren,
  • mit sich selbst fürsorglicher und liebevoller umzugehen, ohne dabei die Bedürfnisse der Mitmenschen zu missachten,
  • sich selbst gerade bei emotionalem Schmerz und in schwierigen Zeiten beizustehen,
  • auch für sich selbst eine gute Freundin oder ein guter Freund zu sein.

 

Was sind mögliche Ursachen für mangelndes Selbstmitgefühl und übermäßige Selbstkritik?

Sie fragen sich vielleicht, woran es denn liegen könnte, dass wir uns gerade in schwierigen Zeiten, in denen wir Verständnis und auch Mitgefühl dringend bräuchten, nicht fürsorglich und liebevoll beistehen?

Warum gehen wir oft mit uns selbst viel schlechter um, als wir es mit guten Freunden tun würden?

Die Forschung zum Thema Selbstmitgefühl hat dafür mehrere Ursachen identifiziert:

Unser Gehirn ist sehr empfänglich für negative Signale und Informationen. Es ist darauf spezialisiert, Gefahren wahrzunehmen. Dies hat unserer Spezies das Überleben gesichert. Denn negative Situationen und Informationen sind für das Überleben wichtiger als positive.

Aus diesem alten Erbe heraus kommt es dazu, dass wir in schwierigen Situationen an dem kleben, was nicht gelungen ist und es immer wieder innerlich durchkauen.

Ein weiterer Grund für mangelndes Selbstmitgefühl liegt in fehlenden Modellen in der Kindheit.

Um uns vermeintliches Unheil zu ersparen oder zu besseren Leistungen anzutreiben, sind wir mit einer Überdosis an Kritik versorgt worden.

Diese Kritik von außen ist uns dann als Selbst-Kritik, als „Innerer Kritiker“ oder sogar als innerer „Quälgeist“ in Fleisch und Blut übergegangen.

Dazu kommt, dass  wir oft fürchten, egoistisch zu erscheinen, wenn wir freundlich und fürsorglich mit uns umgehen.

Vielleicht haben wir auch gelernt, uns selbst nicht wichtig zu nehmen.

Wenn wir als Kinder Fürsorge und Mitgefühl von unseren Eltern und Bezugspersonen erfahren haben,
fällt es uns schon als Kind leicht,
uns einem anderen Kind zuzuwenden,
wenn es Kummer hat.

Für wen ist das Training von Achtsamkeit, Selbstmitgefühl und Selbstfürsorge gedacht?

Es ist gedacht für Menschen,

  • die ihre Erkenntnisse und ihre Praxis eines MBSR-Kurses vertiefen möchten,
  • die weitere Methoden zur Stress-Bewältigung und Burn-Out-Prophylaxe kennen lernen möchten,
  • die Freude an der Entwicklung ihrer eigenen Persönlichkeit haben,
  • die mehr Wärme, Sicherheit, Akzeptanz und Verbundenheit erfahren möchten, in sich selbst, für sich selbst und auch für andere,
  • denen es schwer fällt, Gefühle von Mitgefühl für sich selbst oder andere zu empfinden,
  • die sich zu viel mit Ihren Unzulänglichkeiten und Fehlern beschäftigen, ohne dass dies zu einer positiven Veränderung führt,

  • die dazu neigen, ihre Bedürfnisse und Grenzen zu missachten,
  • die – zusätzlich zu der Stimme des inneren Kritikers – eine freundliche, aufbauende und mitfühlende Stimme in sich kultivieren möchten.
  • die lernen möchten, auch sich selbst eine gute Freundin/ein guter Freund zu sein.

Bild Umarmung Selbstmitgefühl unterstützt Mitgefühl mit Anderen

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Wer hat das MBCL-Programm entwickelt?

Der Kurs MBCL – Selbstmitgefühl wurde von dem holländischen Achtsamkeitslehrer Frits Kosters und dem Arzt, Psychiater und Achtsamkeitslehrer Dr. Eric van den Brink entwickelt.

Sie schufen das Acht-Wochen-Kursprogramm: MBCL: „Mindfulness-Based-Compassionate-Living“, in deutsch: „Mitfühlend leben. Mit Selbstmitgefühl und Achtsamkeit die seelische Gesundheit stärken“.

MBCL ist als Aufbaukurs nach einem MBSR-Kurs oder für Menschen, die bereits Erfahrungen mit der Praxis von Achtsamkeit und Meditation haben, oder sich dafür interessieren, gedacht.

Der Kurs baut auf den Forschungen von Prof. Christopher Germer, Prof. Kristin Neff und Prof. Paul Gilbert auf.

Diese beschäftigen sich seit Jahrzehnten wissenschaftlich und praktisch mit der Erforschung von Mitgefühl und Selbst-Freundlichkeit auf unsere seelische, körperliche und soziale Gesundheit.

Was ist die Wirkung von Selbstmitgefühl? 

Selbstmitgefühl

Selbstmitgefühl kann wie Balsam sein für alle Negativität und Selbstkritik, die wir manchmal in uns tragen und mit der wir uns quälen.

Im MBCL-Kurs stärken wir unsere natürliche Fähigkeit zum Selbstmitgefühl und entwickeln einen freundlicheren Umgang mit uns selbst.

So können wir zunehmend mehr Wärme, Freundlichkeit, Akzeptanz und Verbundenheit entwickeln, sowohl mit uns selbst als auch mit anderen.

Wir erholen uns schneller von emotionalen Verletzungen.

Wir entwickeln mehr emotionale Stärke und auch mehr Widerstandskraft gegen die unvermeidlichen Mißgeschicke des Lebens – Resilienz.

Aus welchen Elementen besteht ein MBCL Selbstmitgefühlskurs?

Wie im MBSR Kurs werden Übungen praktiziert, die Achtsamkeit fördern und weiter entwickeln.
Spezielle Übungen tragen dazu bei, fürsorglicher und mitfühlender mit schwierigen inneren Zuständen
umzugehen, z.B. Scham oder Schuldgefühlen, ungesunden Zuständen des Verlangens.
Weitere Übungen fördern auch das Mitgefühl mit anderen.

Darüber hinaus werden im MBCL-Kurs theoretische Grundlagen vermittelt und Möglichkeiten erarbeitet,
die Qualität von Mitgefühl im Alltag zu verankern.

Zu den theoretischen Grundlagen gehören:

  • Die Struktur unseres Gehirns („Reptilien“-, „frühes Säugetier“-, „spätes Säugetier“-Gehirn)
    und die Bedeutung von Mitgefühl für unser Wohlbefinden und Überleben.
  • Die Hintergründe der drei grundlegenden emotionalen Regulationssysteme
    (1. Alarm-, 2. Antriebs-, 3. Fürsorge- und Beruhigungssystem)
  • Der Einfluss geistiger Bilder auf das emotionale Regulationssystem und deren Regulierungsmöglichkeiten
    durch die Erweckung von Selbstmitgefühl.
  • Die Erforschung psychologischer Ausdrucksformen von Kampf, Flucht und Erstarrung in unserem Alltag und deren „Heilmittel“ Selbstmitgefühl, Mitmenschlichkeit und Achtsamkeit.

Was sind die Bestandteile des  MBCL-Trainings zur Kultivierung von Selbstmitgefühl?

  • Ein Vorgespräch
  • 8 Abende á 2,5 Stunden
  • Eine 4-stündige Übungseinheit am Wochenende
  • Teilnehmerhandbuch
  • Angeleitete Meditationen für das Üben zu hause

Dieses MBCL-Training ist speziell als Aufbau- oder Vertiefungstraining für Menschen gedacht, die bereits einen MBSR-Kurs absolviert.

Interessierte, die bereits anderweitig Erfahrung mit Achtsamkeit oder Meditation haben, oder sich dafür interessieren, sind ebenfalls herzlich eingeladen, an dem Training von Selbstmitgefühl und Selbstfürsorge teilzunehmen.

Der nächste Kurs zu
Achtsamkeit und Selbstfürsorge und Selbstmitgefühl:

Mi 5.5. bis 30.6. 2021
jeweils 19:00 bis 21:15
Achtsamkeitstag:
Sa 12.6. 10:00 bis 15:00 Uhr

Ort: Yogastudio Atelier23,
Wormser Straße 23,
Köln-Südstadt

Teilnahmegebühr: 380 Euro
Als Aufbaukurs nach einem MBSR-Kurs 300 Euro

 

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„So wie ein Vogel
nur mit zwei Flügeln fliegen kann,
so müssen Weisheit und Mitgefühl
gleichzeitig entwickelt werden.“
Matthiew Ricard

So wie ein Vogel
nur mit zwei Flügeln fliegen kann,

so müssen Weisheit und Mitgefühl
gleichzeitig entwickelt werden.
Matthiew Ricard