Welche Wirkungen der Meditation sind bekannt?

Wenn Sie sich für die Ergeb­nisse der Medita­ti­ons­for­schung inter­es­sieren,
kann ich Ihnen folgenden Film empfehlen.

Er präsen­tiert — leicht verständlich — neuste wissen­schaft­liche Ergeb­nisse, lässt in Inter­views Teilnehmer von Medita­ti­ons­kursen ( vor allem Teilnehmer von MBSR‐​Kursen) zur Wort kommen.

Zum Film: Die heilsame Kraft der Meditation

Viele Ergeb­nisse können auch in „Daniel Goleman, Richard Davidson:
„Altered Traits, Science reveals how meditation changes your mind, brain and body“ NY 2017 nachge­lesen werden.

Eine Zusam­men­fassung findet sich auch in der Zeitschrift  Psycho­logie Heute 3/18

Sie wünschen lieber eine Zusam­men­fassung?

Folgende Wirkungen eines Medita­ti­ons­trai­nings, häufig MBSR, wurden gefunden:

Verschiedene Gehirn­re­gionen verändern sich.
Neue Zellen und Zellver­knüp­fungen wachsen durch regel­mäßige Meditation z.B. in den Regionen, in denen es um Aufmerk­samkeit und, Regulierung von Emotionen geht. Dies kann im MRT sichtbar gemacht werden.

Gehirn­areale, die also verstärkt genutzt werden, werden vom Gehirn ausgebaut. Dies ist ein Beleg für die Neuro­pla­sti­zität des Gehirn, das sich lebenslang verändern kann.

Steigerung der Konzen­tra­ti­ons­fä­higkeit,
wenn wir uns auf ein Medita­ti­ons­objekt, z.B. den Atem fokus­sieren.

In der Meditation ist ein wesent­liches Element die Achtsamkeit.

Sie bewirkt, dass wir — mit zuneh­mender Übung — früher merken, wo unsere Aufmerk­samkeit ist.

Wenn sie abgeschweift ist, können wir sie schneller wieder zurück­bringen und schließlich zunehmen länger beim gewählten Gegen­stand der Aufmerk­samkeit lassen.

Der Umgang mit Schmerzen ändert sich durch regel­mäßige Meditation,
so die Ergeb­nisse der Forschungen von Davidson und Goleman
.

Auch Meditie­rende empfinden natürlich Schmerzen, sind aber vorher und nachher schnell wieder entspannt.

Anders als Nicht‐​Meditierende ist Ihre Schmerz­er­wartung weniger aktiv und die anschlie­ßende Beschäf­tigung mit dem Schmerz kürzer.

Meditation verändert den Umgang mit Stress,
indem sie hilft, den den Pegel des Stress­hormons Cortisol zu senken. Dieser steigt bei Stress an und wird für viele Gesund­heits­pro­bleme verant­wortlich gemacht.

Diese treten ein, wenn der Cortisol­spiegel zu hoch ist, zu lange einwirkt und zu langsam abgebaut wird. Ein chronisch erhöhter Cortisol­spiegel tritt in Verbindung mit einer chroni­schen Anspannung auf. Er steht auf biolo­gi­scher Ebene für eine perma­nente Kampf‐ oder Flucht­be­reit­schaft.

Meditation schützt das Immun­system und verbessert die Immun­re­ak­tionen
des Körpers.

In Studien konnte gezeigt werden
, dass regel­mäßige Medita­ti­ons­praxis einhergeht mit einem gerin­geren Anstieg und schnel­leren Abbau von.

So kann verhindert werden, dass die Immun­zellen durch chronisch erhöhten Cortisol­spiegel Schaden erleiden.

Prof. Davidson und Kollegen konnten auch zeigen, dass die Aktivität von sog. Entzün­dungs­markers durch Meditation abnimmt. Dies bewirkt, dass ein wesent­licher Bestandteil chroni­scher Erkran­kungen verringert wird.

Meditation hilft auch bei der Vorbeugung stress­be­dingter Erkran­kungen.
In der Meditation wird die Wahrnehmung von Körper­si­gnalen, gedank­lichen und emotio­nalen Signalen geschult.

Dadurch nehmen wir früher war, dass etwas aus dem Gleich­ge­wicht ist und können früher und angemessen reagieren.

Wir entwickeln ein Frühwarn­system mit der Möglichkeit, besser für uns zu sorgen.

Meditation scheint sogar die Zellal­terung positiv zu beein­flussen,
wie erste Studi­en­ergeb­nisse zeigen. Dies ist für viele Wissen­schaft­licher eines der
erstaun­lichsten Ergeb­nisse.

Nach einem dreimo­na­tigen Medita­ti­ons­training zeigten die Teilnehmer einer Studie – im Vergleich zur Kontroll­gruppe — eine um ein Drittel höhere Aktivität des Enzyms Telomerase, das die Zellal­terung aufhält oder sogar rückgängig macht.

Meditation hilft Depres­siven dabei, Rückfällen vorzu­beugen.
Die briti­schen Forscher Williams et al. haben dies in mehreren Studien heraus‐​gefunden.

Sie haben dazu eigens einen 8‐​Wochen‐​Kurs entwickelt, der sich eng an das MBSR‐​Training anlehnt, aber auch Elemente der Kogni­tiven Verhal­tens­the­rapie enthielt.

Sie nannten dieses Training: MBCT, Mindfulness‐​Based‐​Cognitive‐​Therapy).
Forscher des Zentral­in­stituts für seelische Gesundheit in Mannheim konnten die Ergeb­nisse von Williams et al. bestä­tigen.

Teilnehmer der Studie, die mehr als zwei Rückfälle erlitten hatten, waren nach einem Medita­ti­ons­pro­gramm (mit Achtsam­keits­me­di­tation und Körper­me­di­tation) in besserer Grund­stimmung. Sie neigten weniger zu Selbst­kritik und Grübel­schleifen als die Teilnehmer der Kontroll­gruppe.

Ihr Umgang mit belastenden Gedanken hatte sich deutlich verändert.

Ein überak­tives Angst‐ und Emoti­ons­zentrum im Gehirn ( die Amygdala‐​Region‐ Mandelkern‐​Region), kann durch regel­mäßige Meditation beruhigt werden.

Eine — durch Dauer­alarm — vergrö­ßerte Amygdala kann wieder auf ein normales Maß schrumpfen.
Gerade Mensch mit Angst­stö­rungen weisen eine chronisch verstärkte Aktivität der Amygdala auf. Sie befindet sich praktisch andauernd im Alarm­zu­stand.

Bei Menschen, die ein Medita­ti­ons­training absol­viert hatten, zeigte sich bei der Konfron­tation mit belastenden Gedanken, deutlich weniger Amygdala‐​Aktivität als in der Kontroll‐​Gruppe.

Diese Ergeb­nisse zeigen, dass die Wirkungen von Meditation offen­sichtlich
keine Glaubens­sache sind.

Es ist nicht mehr die Frage, ob Meditation wirkt, sondern wie!